Alle Beiträge von Amaot

Alpenwaldklinik – Ein Arzt-Heimat-Doktor-Krimi-Roman

 

In der Ferne zerteilte ein Motorboot röhrend die glatte Oberfläche des Sees. Christian nahm ihren Kopf zärtlich in seine Hände. „Oh Christian, wirst Du mich immer lieben?“, haucht Schwester Annegret durch die leicht geöffneten Lippen. Als er sie dann küsste, lag der See wieder ruhig da und die Alpenwald-Klinik glühte still im Rot der aufgehenden Sonne… 

Brunner, der Professor, sitzt schwer schreibend auf der Alm. Luzilla Walowstikaya  schnickselt in Stöckelschuhen und Schwesterntracht über die unebene Wiese heran. „Professor, Professor die Polizei fragt nach ihnen“. Ihre Stimme, rauchig wie ihr russischer Akzent, taucht das Alpenpanorama in ein weiches Licht. Brunner steht aus dem Liegestuhl auf, wirft noch einen bedauernden Blick auf den See und macht ein erwartungsvolles Treckergesicht. „Mord, draußen in Strunzingen. Ein Toter hängt über dem Zaun“, haucht die Walowstikaya . „Das möchte man ja auch nicht“, lacht Brunner staccato. Später auf dem Motorrad, Luzilla Walowstikaya im Beiwagen. Brunner schreit gegen den Fahrtwind. „Warum ich? Hört sich nach einem Standardfall an. Wahrscheinlich die Ehefrau. Nach dem Mord hat sie ihn zum Trocknen rausgehängt“. Luzilla formt ihre Hände zu einem Trichter, „Keine Ehefrau. Nur ein Eichhörnchen“. Alpenwaldklinik – Ein Arzt-Heimat-Doktor-Krimi-Roman weiterlesen

Wahnwichteln in Wilhelmshaven

„Bloß nicht zum Zahnarzt! Die arbeiten mit der Regierung zusammen. Die bauen in die Plomben kleine Radiosender ein. Dann kann die Regierung deine Gedanken mithören. Und wenn du dann was Falsches denkst, kommen die magnetischen Wolken und ziehen dich zack einfach mitten aus dem Leben raus von der Erde weg. Dann sieht dich kein Mensch jemals wieder.“ Aus: Wahnwichteln in Wilhelmshaven  – Ein Ratgeber für den kritischen Bürger, Ilmenau 1984

Kulturmetzgerei – Was ich las, sah und hörte

Was ich las

Seethaler – Der Trafikant

„Ein ganzes Leben“ von Seethaler gehörte zum Besten, was ich im letzten Jahr gelesen habe, Beim Trafikanten war ich trotz allem skeptisch. Aber das ist Christine Westermann schuld. Denn auf dem Klappentext empfiehlt Christine Westermann das Buch. Nun scheinen Christine Westermanns und mein Literaturgeschmack um zwei verschiedene Planeten zu kreisen. Kulturmetzgerei – Was ich las, sah und hörte weiterlesen

Fotorama – Palettenliteratur

Die Katze blecht vom heißen Dach. Irina Momsenkotter, die uneheliche Tochter des Konsuls von Rumi, sieht aus dem Fenster. Die Regenmenschen kullern wie Erbsen aus den Zügen heraus über den Bahnsteig. „Noch nicht einmal nachts hat man seine Ruhe“, gurrt sie zu ihrem Mann, der gerade im Wohnzimmer sein Fell bürstet.

Auszug aus: Die Langhaarschneiderin von Stambul. Palettenliteratur von Ottmar Kritz.